Zur Geschichte
des Vereins
Unser Landesverband wurde am 25. April 1914
in Koblenz als Provinzial-Ziegenzuchtverband der Rheinprovinz
gegründet. Es handelte sich hierbei um den Zusammenschluss
der Ziegenzuchtvereine auf Gemeinde- und Kreisebene im Gebiet
der preußischen Rheinprovinz. Eine Einzelmitgliedschaft
von Ziegenzüchtern gab es nicht; diese waren Mitglied der
Kreisvereine.
In den Jahren bis zum zweiten Weltkrieg erlebte der Verband
die Blütezeit der Zucht der Weißen Deutschen Edelziege,
während der im Rheinland – als anerkanntem Reinzuchtgebiet
– zeitweise bis zu 300.000 Ziegen dieser Rasse gehalten wurden.
Mit ihrer Milch und ihrem Fleisch leistete die Ziege damals
einen wesentlichen Beitrag zur Ernährung der Bevölkerung,
insbesondere an den Industriestandorten des Ruhrgebietes und
des Niederrheins.
Die Erhaltung und Steigerung der Leistungsfähigkeit
der Ziegen war eine wesentliche Aufgabe der Ziegenzuchtvereine,
die sich in der Führung der Herdbücher, der Förderung
der Leistungsprüfungen, der Beratung bei der Zuchtwahl,
insbesondere bei der Bereitstellung von geeigneten Böcken
für gemeindliche Deckstationen, entsprechend niederschlug.
Umso schmerzlicher war nach dem zweiten Weltkrieg mit Einsetzen
des Wirtschaftswunders der Rückgang der Ziegenzucht und
–haltung, der „die Kuh des kleinen Mannes“
in den 70er und 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts an den
Rand des Aussterbens brachte.
Innerhalb des Verbandes, der nach dem zweiten Weltkrieg als
„Landesverband Rheinischer Ziegenzüchter e.V.“
tätig wurde, machte der Rückgang der Ziegenzucht
und –haltung die allmähliche Umstellung auf eine
Einzelmitgliedschaft der Züchter erforderlich, da sich
die Kreisvereine nach und nach auflösten. Heute existieren
im Rheinland nur noch einige wenige Kreisziegenzuchtvereine.
Das Führen des Herdbuches ist nunmehr Aufgabe des Landesverbandes;
dies wiederum findet seinen Niederschlag in der Gestaltung
von Satzung und Zuchtbuchordnung. Satzungsgemäß
ist der Landesverband Rheinischer Ziegenzüchter e.V.
eng mit der Landwirtschaftskammer Rheinland verbunden, die
den Verband seit seiner Gründung durch Bereitstellung
von Personal und auch Sachmitteln bis heute fördert.
Unser Verband arbeitet inzwischen im Rahmen einer Kooperation
mit sechs weiteren Landesziegenzuchtverbänden, die nach
einheitlichen Regeln zur Zuchtbuchordnung und zur CAE-Sanierung
tätig sind. Anfang August jedes Jahres wird in Butzbach
eine gemeinsame Auktion von Zuchttieren durchgeführt.
Ab diesem Jahr finanziert der Verband unseren Mitgliedern
die Untersuchung (Kotproben) auf Endo-Parasiten, sowie teilweise
die Untersuchungen zur CAE-Diagnostik. Daneben steht den Mitgliedern
aber auch Nichtmitgliedern die verbandseigene Bockstation
zur Verfügung.
Seit Beginn der 90er Jahre ist auch im Rheinland ein kleiner
aber stetiger Aufwärtstrend in der Ziegenhaltung zu verzeichnen.
Von den derzeit etwa 75 Mitgliedern des Landesverbandes werden
heute jedoch Ziegen der verschiedensten Rassen zur Erzeugung
sogenannter alternativer Produkte gehalten. Neben professionellen
Betrieben und Zuchten, die einen nicht unerheblichen Teil
ihres Einkommens aus der Ziegenhaltung erwirtschaften, werden
Ziegen in Kleinbeständen zur Selbstversorgung oder auch
in Hobbyhaltung aus Freude an den Tieren gehalten. Der Ausgleich
zwischen den daraus resultierenden unterschiedlichen Interessen
der Ziegenzüchter und –halter wird in den nächsten
Jahren auch eine Aufgabe unseres Landesverbandes sein.
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